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Alte Garagentore, Kipptore und Sektionaltore als Gefahr

Dass sich jemand an einem Garagentor verletzt oder zu Tode kommt, ist nicht die Regel.
Es kommt aber vor. In den letzten sieben Jahren starben sechs Menschen bei Unfällen mit
Automatik Toranlagen. Die Zahl der Verletzten ist nicht bekannt, dürfte aber deutlich höher sein.
Oft sind Kinder betroffen. Aktuelle Sicherheitstechnik könnte diese Unglücke und deren
schlimme Folgen fast immer verhindern. Deshalb hat die neue Europanorm EN 13241-1
Sicherheitsstandards festgelegt, die alle Garagentore seit dem 1. Mai 2005 erfüllen müssen.
Damit sind vor allem Kinder besser vor den möglichen Gefahren geschützt.

Alte Schwing- oder Kipptore bergen oft Risiken, etwa außen geführte Seile, an denen das Tor
geöffnet und geschlossen wird. Auch kleine Freiräume zwischen den Elementen von veralteten
Sektionaltoren ohne Fingerklemmschutz können vor allem Kinder durch Klemmen, Scheren
oder Schneiden verletzen. Laufschienen, Torsionsfedern oder Halterungen veralteter Tore
können Finger oder Hände schmerzhaft quetschen.

Die neue Europanorm regelt deshalb, dass Sektionaltore unter anderem über einen
Fingerklemmschutz verfügen, einen Seiteneingreifschutz haben und mit einer
Absturzsicherung (Federbruchsicherung) versehen sein müssen.

Problem Abschaltmechanismus

Gefordert wird noch ein Abschaltmechanismus, der das automatische Tor bei Hindernissen
stoppt. Veraltete Torantriebe kennen nur ”auf“ oder ”zu“. Treffen sie auf einen
Widerstand, drücken sie trotzdem weiter mit voller Kraft nach unten. Neuere Modelle
haben eine Rücklauf-Funktion, deren Ansprechschwelle sich mit der Zeit jedoch
verstellen kann. Durch Beschädigungen, ausgeleierte Federn, Witterungseinflüsse oder
Verschleiß können sich die Kräfteverhältnisse zwischen Antrieb und Tor verändern.
Erhebliche Verletzungen,sogar Tötungen, können die Folge sein, wenn Menschen, vor
allem Kinder, unter ein solches Tor geraten. Die Kraftumkehr durch den Antrieb selbst ist die
gängigste Sicherheitsmaßnahme. Zusätzlich können Lichtschranken oder Sensoren
(meistens bei Industrietoren), die bei Berührung ebenfalls das Tor stoppen und wieder hochfahren, installiert werden.

Beim Selbsteinbau von Automatik-Toranlagen oder Nachrüstantrieben mahnt der TÜV
Heimwerker zur Vorsicht. Nicht jedes Tor passe zu jedem Antrieb und auch
bei Komplettanlagen könnten vor allem bei der Krafteinstellung verhängnisvolle Fehler
passieren. Tückisch ist, dass die Folgen dieser Fehler sich oft erst zeigen,
wenn ein Unfall geschieht.

Übrigens:
Wer einen Antrieb einbaut, der ist persönlich für die ”Gesamtanlage Tor“ verantwortlich und
haftet bei einem Unfall. Ob Selbsteinbau oder durch einen Fachbetrieb: Automatiktore
sollten regelmäßig von einer sachkundigen Person überprüft und justiert werden.
Vorgeschrieben ist das nicht, es empfiehlt sich aber unbedingt. Mit einem einfachen
Test lässt sich herausfinden, ob Handlungsbedarf besteht. Beim Schließen muss das Tor
ein in den Laufweg gestelltes Hindernis registrieren und je nach Bauart stoppen oder
zurückfahren. Tut es das nicht, schlägt gar zu, geht schwer auf oder klemmt das
Hindernis ein, sollte die Anlage umgehend stillgelegt und ein Sachkundiger bestellt werden.
Von einer Reparatur im Selbstversuch ist abzuraten.

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